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Mongolische Rennmäuse

Mongolische Rennmäuse

Mongolische Rennmäuse (Meriones unguiculatus)

 

Die *Mongolische Rennmaus* (Meriones unguiculatus) ist unter den Rennmäusen die am häufigsten als Haustier gehaltene Art. Sie ist ursprünglich in den Steppen und Halbwüsten der Mongolei und Nordchinas zuhause und lebt dort in engen Familienverbänden von etwa 15 bis 20 Tieren. Sie verteidigen ihr Revier entschlossen gegenüber nicht zur Familie gehörenden Tieren.

Familienmitglieder erkennen sich untereinander am individuellen und familienspezifischen Geruch. Gerbils (Gerbillinae) haben intensive Körperkontakte, putzen sich gegenseitig und schlafen dicht aneinander gekuschelt. Andererseits kann es bei ihnen auch zu ernsthaften Streitigkeiten um die Rangordnung kommen, vor allem wenn der Nachwuchs geschlechtsreif wird. In der Natur flüchtet der Unterlegene meist und gründet eine neue Kolonie.

Da eine Flucht in Terrarien oder Käfigen natürlich nicht möglich ist, kann es zu schweren Verletzungen kommen. Kommen die Tiere aber jung zusammen und werden als Paar (auch gleichgeschlechtlich) gehalten, kommt es selten zu solchen Auseinandersetzungen. Alleine dürfen Rennmäuse auf keinen Fall gehalten werden.

In der Natur leben Rennmäuse in unterirdischen Gangsystemen. Hier sind sie vor der Witterung, besonders vor Hitze, geschützt. In den Gängen legen die Tiere Nester und kleinere Futtervorräte an. Rennmäuse sind im Rhythmus von zwei bis vier Stunden tag- und nachtaktiv und halten keinen Winterschlaf. Um ihre natürliches Grabbedürfnis befriedigen zu können, sollte der Bodengrund (z.B. Hobelspäne) mindestens 10-15 cm tief sein. Durch Einbau von Ästen o. ä. in die Einstreu können von den Tieren stabilere Gänge angelegt werden. Die Käfig- oder Terrariengrösse sollte das Mindestmaß von 100 x 50 x 50 cm nicht unterschreiten, da die Tiere ein großes Bewegungsbedürfnis haben. Durch Einbau verschiedener Ebenen kann die Grundfläche vergrößert werden und macht das Gehege interessanter. Bei ausgedienten Aquarien darf eine luftdurchlässige Abdeckung (enges Drahtgeflecht, Lochblech etc.) nicht vergessen werden.

Auch sollten Unterschlupf- und Schlafmöglichkeiten wie Kokosnüsse, Holzhäuschen, Pappröhren, Wurzeln usw. vorhanden sein. Gerne werden auch Heu und ungefärbtes Küchenpapier zerkleinert und das Nest damit gepolstert. Ein tägliches Sandbad (es darf nur der sehr feine Chinchillasand verwendet werden) ist für die Rennmaus unverzichtbar. Es dient der Körper- und Fellpflege, der Krallenpflege und dem Stressabbau.

Da die Renner das Sandbad nach dem baden oft als Toilette benutzen, ist es ratsam, den Behälter nach dem baden wieder zu entfernen. Ansonsten muss man fast täglich neuen Sand einfüllen.

Rennmäuse sind sehr wachsam. Zur Beobachtung und Sicherung der Umgebung vor Feinden, richten sie sich auf die Hinterbeine auf. Eine Besonderheit ihres Verhaltens ist das Trommeln. Hierbei klopft die Rennmaus rhythmisch mit den Hinterbeinen auf den Boden. Das Geräusch dient zur Warnung der anderen Tiere vor Gefahren und kann vom Menschen sehr gut gehört werden.

Einen Großteil ihrer wachen Zeit verbringen die Tiere mit der Futtersuche. Sie ernähren sich von Samen, Nüssen, Früchten, Wurzeln, Pflanzenteilen und kleinen Insekten (z.B. Grillen, Mehlwürmer, Heuschrecken). Mit dem Futter nehmen sie den Hauptteil ihres Wasserbedarfs auf und trinken nur sehr wenig.

Zuhause gehalten, sollten sie mit speziellem Rennmausfutter gefüttert werden. In hochwertigem Futter befinden sich bereits tierische Proteine, sodass keine lebenden Mehlwürmer oder Grillen verfüttert werden müssen. Was schließlich auch nicht jedermanns Sache ist. Heu sollte immer zur Verfügung stehen. Viele Tiere fressen auch gerne Grünfutter und Gemüse.

Obst sollte man nur gering, und wenn, dann nur säurearmes und nicht zu zuckerhaltiges Obst verfüttern. Nicht gefressenes Frischfutter sollte nach 1 Tag entfernt werden, das sonst die Gefahr von Schimmelbefall besteht. Bedenken Sie auch, dass die Tiere Vorräte anlegen können. Zur besseren Beschäftigung der Tiere kann das Futter ins Gehege gestreut werden, evt. auch unter der Streu versteckt werden. Die Menge an Trockenfutter pro Tier und Tag beträgt ca. 10 g.

Weiterführende Literatur

Für Interessierte sei auf folgende Bücher verwiesen
  • Duane A. Schlitter, Greta Ã…gren: Rennmäuse. In: David W. Macdonald (Hrsg.): Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Könemann (Tandem-Verlag), Königswinter 2004 [2001], ISBN 3-8331-1006-6, S. 652–655 (deutsche Übersetzung der englischen Originalausgabe von 2001)

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Literaturangaben

  • Wikipedia.de
 

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