DAS FUTTERHAUS Euskirchen und Kerpen

 
  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Degus

Drucken PDF

Degus

Quelle: Wikipedia, Author: Brian Gratwicke


Umgebung

Wo kommen die Tiere her?
Die Heimat der Degus oder Strauchratten, die mit Chinchillas und Meerschweinchen verwandt sind, ist Chile. Sie leben dort sowohl in Küstennähe wie auch in Gebirgsregionen der Anden in einer Höhe von bis zu 1200 m. In offenem, buschbestandenem Gelände graben sie unterirdische Höhlen, die durch weitverzweigte Gangsysteme verbunden sind. Als Heimtiere traten die Degus erstmals 1975 in Ostdeutschland in Erscheinung.

Wie leben sie dort?
Degus sind gesellige Tierchen, die sich durch ein hochentwickeltes Sozialverhalten auszeichnen. Im Gegensatz zu den meisten Heimnagern sind sie tagaktiv. Sie leben in Kolonien von bis zu 100 Tieren, die sich wiederum in Familienverbände von jeweils 5 bis 10 Tiere mit eigenem Territorium aufteilen. Dieses Revier wird mit Urin markiert und gegen sippenfremde Tiere verteidigt. Der hochaufgerichtete Schwanz mit der charakteristischen dunklen Quaste dient neben dem sippeneigenen Geruch als Erkennungszeichen. Der höchstgelegene Hügel mit dem besten Überblick gehört dem ranghöchsten Männchen. Wird dieser "Feldherrenhügel" zerstört, verliert es seinen Rang! Degus können nicht nur gut riechen, sondern auch ausgezeichnet sehen und hören. Die innerartlichen Lautäußerungen liegen teilweise im Ultraschallbereich. Bei Gefahr stößt der Wachposten einen pfiffartigen Warnruf aus, woraufhin alle Tiere fluchtartig in den nächstgelegenen Erdröhren verschwinden.

Degu-Weibchen sind schon mit 2 (Männchen mit 3) Monaten geschlechtsreif und bringen normalerweise 4-6 Junge zur Welt. Unmittelbar nach der Geburt wird das Weibchen neu gedeckt. Die Tragzeit beträgt 77-90 Tage. Degus sind Nestflüchter, die schon nach wenigen Tagen auch feste Nahrung zu sich nehmen. 4 Wochen lang werden sie von allen Weibchen umsorgt und gesäugt. Mit 6 Wochen sind sie selbständig.

Wie kann man diese Kenntnisse übertragen auf die Haltung in der Wohnung?
Als gesellig lebende Rudeltiere, die viel Wert auf gegenseitige Fellpflege und häufige Körperkontakte legen, sollten Degus nur in Gruppen gehalten werden. Einzelhaltung bedeutet Dauerstreß für sie. Der Mensch als alleinige Bezugsperson kann auf keinen Fall die artspezifischen Aktivitäten (v.a. die sprachlichen!) ersetzen. Am besten vertragen sich Wurfgeschwister: Ein Bock mit ein bis zwei Weibchen. Ist kein Nachwuchs erwünscht, muß der Bock mit zweieinhalb Monaten kastriert werden.

Auch 2 bis 3 Weibchen lassen sich problemlos vergesellschaften.

Wie soll der Käfig sein?
Auf Grund des extremen Nage- bzw. Grabbedürfnis der Tiere ist die Unterbringung im Terrarium anzuraten. Terrarien enthalten die erforderlichen Belüftungsschlitze und ermöglichen einen Zugriff von vorne, weil sich die Scheiben öffnen lassen. Da mögliche Beutegreifer (Vögel) von oben angreifen, reagieren die Tiere ängstlich, wenn man sich ihnen von oben nähert. Für eine Gruppe von drei Degus wird eine Grundfläche von 100 cm Seitenlänge x 50 cm Tiefe mit 100 cm hohen Wänden empfohlen. Bei der Inneneinrichtung ist das gesamte Volumen des Terrariums auszunutzen, um dem Bewegungsdrang der Tiere Rechnung zu tragen. Mehrere Kletter- (Äste) und Versteckmöglichkeiten (Wurzelstücke, handelsübliche Behausungen aus Holz oder Höhlen aus übereinander geschichteten Steinen) sind unerläßlich. Eine erhöhte Sitzmöglichkeit als Ausguck sollte ebenfalls vorhanden sein. Als Einstreu empfiehlt sich in Pelletform gepreßtes Stroh oder staubfreies, nichtimprägniertes Sägemehl. Für das so wichtige tägliche Sandbad kann man auf handelsüblichen Chinchilla-Sand zurückgreifen. Zur Vermeidung von Käfiglangeweile sollten Äste, Heu, Stroh oder Wurzeln zum Zerkleinern oder als Nistmaterial angeboten werden. Die Einstreu ist wenigstens einmal, besser zweimal wöchentlich auszuwechseln. Der Käfig ist mit heißem Wasser auszuwaschen.

Wo soll der Käfig stehen?
Degus lieben Sonnenbäder. Bei der Standortwahl werden helle Plätze mit Morgen- oder Abendsonne bevorzugt. Die ideale Umgebungstemperatur liegt bei 18-24°C, die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 70 %. Wegen des schon beschriebenen Beutegreifereffektes, sollte der Käfig nicht auf dem Boden, sondern auf Tischhöhe aufgestellt werden. Laute Hintergrundgeräusche sind zu vermeiden. Degus reagieren empfindlich auf Zugluft.


Ernährung

Degus gehen in der Natur vor allem in den frühen Morgenstunden und am Spätnachmittag auf Futtersuche. Die Tiere sind reine Vegetarier, die es gewohnt sind, von eher karger, ballaststoffreicher Kost zu leben.

Degus brauchen Konstanz in der Futterzusammenstellung, Plötzliche Futterumstellungen sowie Veränderungen in der Futterzusammensetzung quittieren die Tiere umgehend mit Verweigerung bzw. Verdauungsstörungen.

a) Rohfaser
Die Grundnahrung besteht aus Heu. Als Ballaststoff muß es ständig in ausreichender Menge zur freien Verfügung stehen. Diese Rohfaser (15%) ist aus drei Gründen lebenswichtig:

  1. Zur Füllung der großen Blinddärme,
  2. zur Abnutzung der kontinuierlich nachwachsenden Zähne und
  3. zur Verhinderung von Untugenden.
Je länger die Tiere mit dem Abbeißen und Zerkleinern des Futters beschäftigt sind, desto stärker der Zahnabrieb. Hochwertiges Wiesenheu kann man das ganze Jahr über im Futterhaus bekommen.

b) Trinkwasser
Ebenfalls zur Grundnahrung gehört Trinkwasser. Es ist in handelsüblichen Nippeltränken anzubieten, die außen am Terrarium angebracht werden müssen. Wasserschüsseln sind ungeeignet, da sie zu schnell verschmutzen. Der Tränkenippel muß aus Edelstahl sein, damit die Tiere ihn nicht zernagen können.
Das Wasser ist täglich zu wechseln, die Flasche selbst regelmäßig zu säubern und zu desinfizieren.

c) Mischfutter
Zur Standardfütterung gehört noch Trockenfutter, das es im Futterhaus als fertige Mischung gibt. Diese Mischungen bestehen meistens aus Grünfutterpellets, geschrotetem Getreide und Trockengemüse. Die angegebenen Mengen (ca. 10 g entsprechen einem Esslöffel) dürfen nicht überschritten werden. Auch Degus können fett werden! Außerdem neigen sie zu Diabetes, deshalb sollten sie zuckerarm ernährt werden (also kein Obst und keine zuckerhaltigen Leckerli!).

d) Saftfutter
Im übrigen ergänzt man den Speiseplan mit getrockneten Kräutern, Gurke, Karotten, rote Beete, Paprika etc.
Ebenfalls können belaubte und saftige Äste von Linde, Ahorn, Eiche und Obstbäumen gefüttert werden.

e) Futterbehältnisse
Als Futterbehältnisse eignen sich glasierte Tongutschalen, die jedoch so bemessen sein sollten, daß die Tiere nicht in ihnen sitzen und hineinkoten oder urinieren können. Sie sind ebenfalls regelmäßig mit heißem Wasser zu reinigen.
Zur Vermeidung von evtl. Streitigkeiten während der Futteraufnahme kann man mehrere Futterbehältnisse verwenden.


Was man auf keinen Fall machen sollte!

Hier soll noch einmal auf häufige Anfängerfehler hingewiesen werden:

a) falsche Käfige verwenden
Handelsübliche Heimtier-Käfige sind ungeeignet, da Degus alles zernagen, was nicht niet- und nagelfest ist. Kein Kunststoffteil oder Gitter bleibt auf die Dauer verschont. Vollglasaquarien sind wegen unzureichender Belüftung ungeeignet.

b) Zugluft
Der Käfig darf auf keinen Fall irgendeiner Form von Zugluft ausgesetzt sein. Degus reagieren prompt mit Atemwegserkrankungen.

c) keine Einzelhaft
Degus sind Rudeltiere und reagieren mit Streß und Untugenden auf diese nicht artgerechte Haltung.

d) keine abrupte Futterumstellung
Eine Änderung des Futters von heute auf morgen führt fast immer zu Verdauungsstörungen und ist deshalb zu unterlassen.

e) Freilauf draußen
Degus sind sehr flink. Da sie sich sehr schnell perfekt verstecken oder einbuddeln können, hat man im Freien keine Chance, sie wieder einzufangen. Diese Tiere bauen wie Goldhamster keine wirkliche Beziehung zu ihrer Pflegeperson auf, d.h. Degus werden nicht wirklich handzahm und kommen nicht, wenn man sie ruft.
Im der Wohnung haben sie Elektrokabel so schnell durchgenagt, daß man sie nicht daran hindern kann, ebensowenig wie sie sich freiwillig wieder einfangen lassen.

f) am Schwanz hochheben
Wenn Degus am Schwanz festgehalten werden, reißt die Schwanzhaut an einer dafür vorgesehenen Stelle. Zurück bleibt ein blutiger Stumpf.
Zum Hochheben bietet man ihnen die Hand zum Beschnuppern und Hochklettern. Dann umgreift man mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand von unten den Schultergürtel und schiebt dann die linke unter den Körper. Beruhigendes Ansprechen und Kraulen im Nacken erleichtert das Vorgehen.

g) Leckerlis verfüttern
Degus neigen durch Fütterungsfehler (Obst und zuckerhaltige Drops u.ä.) zu Diabetes.

h) mangelnde Hygiene
Mangelnde Hygiene führt wie überall nicht nur zu unangenehmer Geruchsbelästigung, sondern auch zum verstärkten Auftreten von Krankheiten. Der Käfig ist einmal, besser zweimal die Woche gründlich mit heißem Wasser zu reinigen, die Einstreu komplett zu erneuern.
Unsaubere Degus mit Verfilzungen sowie schmutziger oder entzündlich veränderter Analregion gehen zu Lasten der Pflegeperson!!

Weiterführende Literatur

Für Interessierte sei auf folgende Bücher verwiesen
  • Die Tiersprechstunde, Alles über Chinchillas und Degus erschienen in der Falken Bücherei: Bd.1130

Eine gute Auswahl an Fachbüchern finden Sie natürlich auch in Ihrem DAS FUTTERHAUS. Fragen Sie unser Fachpersonal.

Literaturangaben

  • Sambraus, H.H., Steiger, A.(Hrsg.): Das Buch vom Tierschutz
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft + Forsten (Hrsg.): Das neue Tierschutzgesetz
  • Gabrisch, K., Zwart, P.(Hrsg.): Krankheiten der Heimtiere
  • Jacobs, Stefan: Tierärztliche Haltungsempfehlungen für die Unterbringung kleiner Heimtiere in Tierheimen (Diss.)
Aktualisiert ( Mittwoch, den 17. Dezember 2008 um 21:20 Uhr )  

Herzlich willkommen

Guten Morgen, wir freuen uns, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben.

So finden Sie uns

nach Euskirchen, Start hier eingeben:

Copyright © 2012
DAS FUTTERHAUS, Euskirchen
Deutschlands grosses Tiersortiment.

Aktuell:



ValenTierstag am 14.02.2012 im DAS FUTTERHAUS!

Am 14.12.2012 ist ValenTierstag. Nutzen Sie Ihren Gutschein - es lohnt sich!

Wir stellen ein.

Wir suchen Verstärkung für unser Team. Bewerben Sie sich jetzt.

Unsere Öffnungszeiten:

Euskirchen: Montag bis Samstag jeweils von 09.00 bis 20.00 Uhr. KERPEN: Montag bis Freitag jeweils von 09.00 bis 20.00 Uhr, Samstag von 09.00 bis 19.00 Uhr


Empfohlene Links

Banner
Banner
Banner
Banner